Automation Baby
CD

(Jasmin Froghy, Sonic Seducer)

Die Synthiepop-Pioniere von Mesh waren niemals eine Band, die sich mit belanglosen Inhalten zufrieden gegeben hat. Ganz im Gegenteil: Die beiden Jungs aus Bristol legen immensen Wert auf gehaltvolles Material - auch mit der aktuellen Scheibe scheut sich das Duo nicht vor sozial- und gesellschaftskritischen Hieben. Den Fokus legen sie explizit auf die fortschreitende Digitalisierung unserer Welt, beleuchten insbesondere jene Generation, die ihr Leben mehr in virtuellen Netzwerken verbringt, als sich der Realität zu stellen. Hemmungslose Konsumgeilheit, Cybersucht und der stetige Verlust zwischenmenschlicher Beziehungen landen gleichermaßen auf der lyrischen Abschussliste. Doch nicht nur hinsichtlich Songwriting gelingt den Protagonisten ein hochwertiges Werk, auch musikalisch liefern Mesh absolute Perfektion ab: "Automation Baby" hat keine Schwachstellen - ein Album mit 14 starken Songs, grandiosen Melodien und Hooklines sowie einer fantastischen Rhythmik. Dabei zeigt sich bei jedem Stück aufs Neue, wie sehr der charismatische Gesang von Mark Hockings die Nummern trägt. Sei es das krachend-treibende "Taken For Granted", das poppige "Adjust Your Set", die fetzige Clubnummer "You Want What’s Owed To You" oder auch der hymnische Opener "Just Leave Us Alone". Mesh zünden ein facettenreiches Synthpop-Klangfeuerwerk, beweisen, dass sie ihren Sound anno 2013 noch dichter und komplexer zu gestalten verstehen. Doch auch die ruhigen, gefühlvollen Momente ("You Couldn't See This Coming") gelingen der Band vorzüglich! Fazit: Hier passt einfach alles.

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