Butterbrot unterm Fuss

Er ist der Mann mit der Mütze, seines Zeichens Frontmann der Synthiepopper Mesh. Dass die Kopfbedeckung nicht festgewachsen ist, wurde in der Vergangenheit bereits geklärt. Dennoch bleiben so manche Fragen, was den sympathischen Frontmann angeht, offen. Aktuell veröffentlichten die beiden mit "An Alternative Solution" das passende Remixalbum zum 2009 erschienenen letzten Longplayer "A Perfect Solution" und stecken mitten in den Vorbereitungen für die Festivalgigs im Sommer. Dennoch nahm Mark sich die Zeit, auf unserer flauschigen Psychocouch Platz zu nehmen und pikante Details aus seinem Leben auszupacken.

Kommst du manchmal zu dem Punkt, an dem du denkst, es war nicht die beste Wahl, Musiker zu werden?

Nicht sehr oft. Es kann zwar manchmal sehr stressig sein, weil man sich an einem Problem aufgehängt hat oder in Situationen ist, in denen man sich fragt, warum man sich das eigentlich antut. In Gedanken erscheint manchmal der Beginn einer Tour oder einfach nur anzufangen, an einem neuen Album zu arbeiten, wie ein unmögliches Unterfangen. Wenn man aber einmal dabei ist, hofft man, dass es niemals aufhört. Der geschäftliche Teil kann echt anstrengend sein, und auch Kritik kann einen sehr verletzen, wenn man alle seine Gefühle in einem Song offenbart hat. Aber die kurzen Momente, wenn man auf der Bühne steht oder eigene Songs im Radio oder Club hört, das macht alles andere wett.

Was war dein Traumjob, als du noch ein Kind warst?

Rennfahrer oder Stunt-Motorradfahrer. Springen mit einem Motorrad ist vielleicht sogar noch etwas dümmer, als Musiker zu sein. Je länger jemand im Krankenhaus war, desto cooler war er in meinen Augen. Ich würde auch heute gerne noch Motorradrennen fahren und besitze einen eigenen Rennwagen.

Leidest du unter einer Phobie?

Nein. Eine Zeitlang hatte ich Flugangst. Ich habe vermutlich zu viele Filme über Flugzeugabstürze gesehen. Aber eine richtige Phobie war das auch nicht. Das ist ja eher eine unkontrollierbare Sache, die meistens amüsant ist für die Leute, die sie nicht haben. Ich habe gerade kürzlich einen Bericht über jemanden gesehen, der Angst vor Briefmarken hatte. Für mich ist das wahnsinnig komisch, aber ganz sicher lästig für ihn, wenn er mal eine Postkarte versenden möchte.

Hast Du eine Charaktereigenschaft, die du nicht öffentlich zeigst?

Wenn ich eine hätte, wäre es sicherlich nicht besonders schlau, diese hier zu nennen. Aber ich denke, da ist momentan ohnehin keine. Ich war allerdings immer sehr schüchtern, was mich vielleicht auch zur Musik gebracht hat, oder besser gesagt zum Singen. Ich habe mich dadurch absichtlich in eine Situation gebracht, in der ich gezwungen war, über meinen eigenen Schatten zu springen. Ich fand es schon immer toll, zu singen - aber natürlich nicht ganz so cool, wie mit einer Harley Davidson über Busse zu springen. Ich war aber in meiner Vorstellung eher so der Vince-Clarke-Typ, ruhig und launisch. Ich habe auch heute manchmal noch damit zu kämpfen und noch immer setze ich mich genau aus diesem Grund absichtlich öffentlichen Situationen aus. Eigentlich wäre ich auch glücklich, im Hintergrund zu bleiben, ich muss diese Aufmerksamkeit nicht haben.
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Den kompletten Artikel könnt Ihr in der Ausgabe 07-08/2011 des Sonic Seducer nachlesen.

Catrin Nordwig, Sonic Seducer

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