Die perfekte Alternative

Ende 2009 veröffentlichten Mesh mit "A Perfect Solution" ihr sechstes Studioalbum, welches an den Erfolg der vorangegangenen Werke mühelos anknüpfen konnte. Zahlreiche Gigs folgten wie jüngst bei der "Legends Of Synthpop"-US-Tour mit den Kollegen von De/Vision und Iris. Ein 'richtiges' neues Album ist zwar noch nicht angekündigt, doch mit "An Alternative Solution" veröffentlichten die Briten Richard Silverthorn und Mark Hockings dieser Tage ein zwei CDs umfassendes Remixalbum. Wir funkten nach Bristol und erkundigten uns nach dem allgemeinen Stand der Dinge.

Wenn ihr auf "A Perfect Solution" zurückblickt: Seid ihr zufrieden mit dem Ergebnis oder würdet ihr gerne etwas ändern?

Wir sind immer noch sehr zufrieden mit dem Resultat und der Reaktion der Fans. Daher denke ich, dass wir eigentlich nichts drastisch ändern würden, wenn überhaupt. Wir haben diese Songs mittlerweile auch schon so oft live gespielt. Dabei nimmt man ohnehin unweigerlich ein paar kleinere Veränderungen vor in den Vocal-Arrangements und der Musik. Es wäre natürlich schön, wenn das auf CD auch so wäre. Manchmal denke ich wirklich, dass neue Songs erst mal mit auf Tour müssen, bevor man sie überhaupt aufnimmt, denn man kann vor einem richtigen Publikum die toten Punkte der Tracks quasi fühlen ebenso wie die Passagen, die besonders gut ankommen. Irgendwann wird es sicherlich möglich sein, ein Update für seine Plattensammlung zu ziehen, so wie man es heute schon mit Software macht. Das wäre großartig!

Wie ist die Idee zu "An Alternative Solution" entstanden und wie lange habt ihr daran gearbeitet?

Vom Konzept bis zur Pressung ging eigentlich alles ganz schnell, alles entstand innerhalb des letzten Jahres. Das ist wirklich eine verhältnismäßig kurze Zeit für ein Album. Wir haben schon sehr oft darüber nachgedacht, ein Remixalbum zu machen, sind damit aber nie wirklich weit gekommen. Es ist sehr viel Arbeit, die passenden Leute dafür zu finden. Und wenn man sie dann zusammen hat, muss man sie antreiben, damit alles rechtzeitig fertig wird. Bei "A Perfect Solution" waren wir uns aber sicher, dass es das richtige Album für so ein Projekt ist. Es war stimmig und mit vielen Songs. Viele der Remixer sind gute Freunde von uns, denen wir es zutrauen, mit unseren Songs vernünftig zu arbeiten. Das war uns sehr wichtig. Und ebenso, dass das originale Tracklayout beibehalten wird. Es war insgesamt also eher ein Überarbeiten des Albums als eine Zusammenstellung von Remixen.

Warum habt ihr gleich ein ganzes Remixalbum veröffentlicht und nicht nur eine Single mit verschiedenen Mixen, wie es meistens üblich ist?

Remixe auf Singles sind anders: Es gibt meistens drei oder vier davon und das Original ist direkt dabei und kann zum Vergleich herangezogen werden. Die einzigen Vorgaben, die wir bei "An Alternative Solution" machten, waren, dass der Track später für sich selbst als Original stehen können muss und die Vocals hörbar sein sollen. Es war wichtig, dass die Remixversion für sich alleine wirken kann, denn das Original ist nicht zum Vergleichen zur Stelle und man kann nicht davon ausgehen, dass der Hörer es kennt.

Wie fühlt es sich für einen Künstler an, eigene Songs im neuen Gewand zu hören?

Es kann sehr befreiend sein. Eine Sache, die einem die eigene Musik immer madig macht, ist, dass die Stücke oftmals eine Art Aufnahmeerbe mit sich herumschleppen - beispielsweise Probleme, die man bei der Produktion im Studio hatte. An die muss man beim Hören später ständig denken. Man hat daher nie dieses unvoreingenommene Hörerlebnis, wie wenn man die Musik von jemand anderem hört. Ein Mix kommt aber schon ganz schön nahe an dieses Gefühl ran, meiner Meinung nach. Es ist einfach herrlich erfrischend, die Songs durch jemand anderes präsentiert zu bekommen und sie so von einer ganz anderen Seite kennenzulernen.

Ist es nicht ein komisches Gefühl, einfach darauf zu warten, dass quasi andere Leute euer Album fertig stellen? Einfach nur da zu sitzen und nichts anderes tun zu können als warten?

Das war schon ein bisschen merkwürdig. Aber auch ein schönes Gefühl, als die Resultate nach und nach bei uns ankamen. Es war schon toll, einfach nur diese ganzen großartigen Versionen anzuhören mit dem Wissen, das alles, was wir noch machen mussten, auf die Booklet-Credits und die Freigabe für das Artwork zu warten war. Jedes Album sollte so entstehen.
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Den kompletten Artikel könnt Ihr in der Ausgabe 06/2011 des Sonic Seducer nachlesen.

Catrin Nordwig, Sonic Seducer

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