Tief unter der Oberfläche

Mit ihrem letzten Silberling "We Collide" katapultierten sich Britanniens Electro-Synthie-Pop Heroen vor drei Jahren auf den vorläufigen Zenith ihres Schaffens, überzeugten Fans und Medien gleichermaßen mit ihren melodiös filigranen Songjuwelen. Passend zur dunklen Jahreszeit beschreiten Mesh nun einen virtuosen Pfad, der sich in merklich düsteren Gefilden bewegt. Rauere Gitarren und intensive Lyrics dominieren das sechste Werk namens "A Perfect Solution" und präsentiert das Duo Mark Hockings und Richard Silverthorn von seiner bis dato brachialsten Seite...

"Es ist wahrscheinlich das beste Album, was wir je hätten abliefern können", manifestiert ein sichtlich zufriedener Richard die Fertigstellung der jüngsten Veröffentlichung und bringt es ohne Umschweife auf den Punkt. "Wir sind dieses Mal ohne jeglichen Druck ans Arbeiten gegangen, haben uns die Zeit genommen, die wir brauchten, und distanzierten uns von allen Zwängen. Somit gab es weder von Seiten der Plattenfirma Druck noch von anderen Instanzen. Es ging nur um uns und unsere Musik. Deswegen stellt 'A Perfect Solution' wirklich alles dar, was Mesh ausmacht. Manchmal entstehen Platten, die eine schwierige Vorgeschichte haben - nicht minder wertvoll sind - aber sehr viel Vorbereitung beanspruchen, arbeitsintensiv sind und dich während der Produktionsphase Tag und Nacht beschäftigen", erklärt der in Bristol lebende Familienvater von drei Kindern, "doch während dieser Aufnahmen lief alles anders. Es entwickelte sich von selbst, kostete nicht Unmengen an Energie. Wir haben es uns trotzdem nicht leicht gemacht, aber die Inspiration war da, es floss einfach." So konnte man sich völlig entspannt der künstlerischen Freiheit hingeben, bestätigt Mister Silverthorn. "Im Grunde ist es ja so: Mit der letzten CD 'We Collide' haben wir immens viel positives Feedback bekommen, die Kritiker haben sich teilweise überschlagen, alle fühlten sich bestätigt und schienen begeistert, aber sollten wir diese - natürlich fantastischen - Reaktionen als Maßstab nehmen?", fragt er zu Recht. "Das hätte uns unnötig eingeschränkt und unter Druck gesetzt. Letztendlich kann man sich nur am Anfang einer neuen Scheibe vornehmen, sein Bestes zu geben! Dieses Album ist anders - nicht schlechter, keineswegs, eben nur anders, weil man sich weiterentwickelt und die Songs nicht an alten Maßstäben misst. Sie sind schließlich immer noch eine zeitliche Momentaufnahme und reflektieren das Hier und Jetzt, deswegen bezeichnet 'A Perfect Solution' die perfekte Darstellung der Gegenwart. Wir sind mehr als zufrieden mit dem Ergebnis!"

Ein Zustand, der für die Perfektionisten Mark und Rich oft genug unter die Rubrik "schwer erreichbar" fällt, wenn die beiden ganz ehrlich sind. "Wir sind - was unsere künstlerische Arbeit betrifft - sehr pedantisch und haben die höchsten Ansprüche", erklärt der Keyboarder und Gitarrist. "Es liegt vielleicht auch daran, dass wir uns schon lange auf einer musikalischen Reise befinden, vieles gesehen und gehört haben, häufig dachten, dass wir das Ende dieser Exkursion erreicht hätten, am Ziel gelandet wären. Aber es hat sich jedes Mal gezeigt, dass es stetig weiter geht. Wir sind noch längst nicht angekommen. Und so lange dieser Antrieb in einem brennt, es noch so viel zu sagen gibt, sind wir es uns schuldig, mit hundert Prozent am Start zu sein. Darunter geht nichts und wenn uns das Material nicht vollkommen flasht, wird es nicht verwendet, so einfach ist das! Als Musiker trägst du Verantwortung, nicht nur dir selbst, auch deinen Kompositionen und Hörern gegenüber. Wenn man sich mit weniger als möglich zufrieden gibt, kann man gleich einpacken."
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Den kompletten Artikel könnt Ihr in der Ausgabe 11/09 des Sonic Seducer nachlesen.

Jasmin Froghy, Sonic Seducer

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