Zurück zum Kern

17 Jahre sind eine lange Zeit... Nur die wenigsten vermögen mit ihrem virtuosen Können kontinuierlich zu überzeugen - die Briten von Mesh sind einer dieser raren künstlerischen Juwele: 1992 in Bristol gegründet, stehen Songwriter und Sänger Mark Hockings sowie sein Weggefährte Richard Silverthorn seit nahezu zwei Jahrzehnten für melodiös betörenden Electro-Synthie-Pop in filigranster Reinkultur. Trotz stürmischster Wellenbewegungen in der Szenesee ließen sich Mesh nie vom Kurs abbringen, waren sich selbst und ihrer Passion stets treu, haben sämtliche musikalischen Modehypes genutzt, um noch stärker und leidenschaftlicher ans Werk zu gehen. Dieses Vertrauen in die eigene Kunst, das eigene Schaffen, unabhängig von Trends jeglicher Art, hat sich bis heute ausgezahlt. Mesh sind aus dem Genre längst nicht mehr wegzudenken und melden sich nach drei Jahren Stille von ihrem Erfolgsalbum "We Collide" mit "A Perfect Solution" zurück. Härter, intensiver und düsterer geht es in die Tiefe, nicht nur musikalisch, auch inhaltlich scheut man sich nicht vor schmerzhafter Offenheit...

"Die letzten Monate verbrachten wir nur damit, zu schreiben und aufzunehmen", seufzt Mastermind Mark sichtlich erschöpft. "Es ist sehr anstrengend, wenn man sich ständig damit beschäftigt, irgendwelche Deadlines einzuhalten, aber dennoch darauf bedacht ist, den Standard bis ins letzte Detail zu perfektionieren, anspruchsvoll und professionell wie nur möglich zu halten", erklärt der Frontmann. "Hinzu kommt das ganze Mischen, Mastern, Artwork, aber auch die Promotion wie Fotoshootings, Interviews und diverse Deals und Kooperationen zur Veröffentlichung. Das ist klasse und jeder würde sich freuen, in dieser Situation zu sein, aber es intensiviert die Tage um einiges", lacht er charmant, "und bedeutet eben Aufwand und Zeit."

Die sich aber definitiv gelohnt hat und gar nicht besser hätte investiert werden können. "Ja, ich denke, 'A Perfect Solution' repräsentiert einen komplett neuen Start für uns, nachdem auch wir die letzten Monate mit einigen Unsicherheiten kämpfen mussten. Dementsprechend empfinde ich die jüngste Scheibe fast schon als Comeback, nur fokussierter. Das aktuelle Material ist sehr selbstbewusst, mit viel Energie und Emotion - es zeigt uns von der besten Seite, die wir überhaupt erreichen konnten! Das ist sicher, ohne Frage!", manifestiert Mark souverän mit fester Stimme. Was die Konzipierung angeht, waren die beiden kreativen Köpfe direkt einer Meinung. "Rich und meine Wenigkeit haben eine sehr ähnliche Art, an die Vorentscheidung heran zu gehen, wenn es darum geht, was wir mögen - und was nicht. Dieses Mal war sofort klar, und das fühlten wir beide, dass wir etwas mit mehr Tempo, aber auch mehr Tiefe kreieren wollten. Größer und heftiger, voller Energie, Power und Kraft, um all jene extremen Emotionen und Gefühle darin einrahmen zu können. Das ist wahrscheinlich auch das erste Mal, dass wir mit voller Überlegung und Bewusstsein eine solche Entscheidung getroffen haben. Meiner Meinung nach ist es wesentlich schwieriger, schnelle Songs mit starken Melodien zu schreiben. Midtemponummern oder langsame Kompositionen gehen leichter von der Hand", sinniert der Vokalist mit einer Schwäche für Morrissey, Radiohead und Chet Baker.
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Den kompletten Artikel könnt Ihr in der Ausgabe 10/09 des Sonic Seducer nachlesen.

Jasmin Froghy, Sonic Seducer

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