Schau nicht zurück im Zorn

Ein ereignisreiches Jahr für die Band aus Bristol: Anfang des Jahres erschien ihr mittlerweile fünftes Studioalbum "We Collide", auf dem sich die Briten einmal mehr musikalisch und inhaltlich weiterentwickelten, wenig später folgte eine umfangreiche Tour, welche durch einen mitreißenden Auftritt auf der Hauptbühne des M'Era Luna Festivals einen Nachschlag bekam. Und noch eine weitere Besonderheit zeichnete diesen Auftritt aus, denn es sollte der letzte in Deutschland zusammen mit Bandmitglied Neil Taylor sein, der kurz darauf nach zehn Jahren Mesh die Band verließ.

Wir trafen Mark Hockings und Richard Silverthorn kurz vor ihrem Konzert in Essen während des zweiten Teils ihrer "We Collide"-Tour, den sie zusammen mit Trommler Gary und dem neuen Mann an den Tasten, Geoff Pinckney, seines Zeichens Frontmann der Electropopper von The Nine, bestritten. Es folgt eine kurze Erklärung zum Zweck des Interview, und noch ehe die erste Frage gestellt werden kann, fällt Rich ins Wort: "Es war ein gutes Jahr!", und lacht, bei dem Sänger Mark schnell mit einsteigt. Etwas überlegter folgt dann eine ausführlichere Antwort und Zusammenfassung des vergangenen Jahres. "Verwirrend. Ich meine, natürlich sind wir glücklich über das Album und die Arbeit, die wir hineingesteckt haben. Aber es ist schon ein Problem, dass Neil die Band verlassen hat. Aber alles in allem sind wir zufrieden. Ich denke, das Album ist das beste, das wir jemals gemacht haben, und viele Leute scheinen das genauso zu sehen, das Feedback unserer Fans ist wirklich sehr positiv", und Mark ergänzt: "Wir sind auch sehr zufrieden mit der Tour, und ich denke, dass wir wirklich an uns gearbeitet haben, die Show ist besser, und auch der Sound", wovon sich die zahlreich erschienenen Besucher des Konzerts auch gleich im Anschluss an das Interview überzeugen konnten. Nichtsdestotrotz war Neils Weggang ein schwerer Schlag und Wehrmutstropfen. "Ja, ich denke, das war diese Neil-Sache. Wir sind nicht wütend, wir müssen das respektieren, es ist seine Meinung, seine Entscheidung. Wir sind ein bisschen, wie kann ich das taktvoll ausdrücken, wir fanden es etwas egoistisch. Wenn man sagt, dass man bei einem Album bis zum Schluss dabei ist, heißt das für uns, bis zum Ende der Tour, nicht dann wenn die Promotion abgeschlossen ist. Er wusste, dass es einen zweiten Teil der Tour geben wird und gab uns nicht viel Zeit das zu lösen. Die Veranstaltungsorte waren gebucht, die Tickets im Vorverkauf. Wir mussten dies also schnell lösen, sonst hätten wir es absagen müssen. Wir waren damals enttäuscht darüber. Jetzt sind wir drüber weg und sind froh, dass wir es auch so geschafft haben." ...

Den kompletten Artikel könnt Ihr in der Sonderausgabe "Jahresrückblick 2006" des Sonic Seducer nachlesen.

Julia Beyer, Sonic Seducer

zurück