On This Tour Forever

Bristol, 1996. Drei Freunde und Musiker, besser unter dem Namen Mesh bekannt, veröffentlichen ihr Album "In This Place Forever", welches auch heute noch immer Relevanz in der Electro-Szene besitzt. Die folgende Tour kurz darauf führt sie als Vorgruppe der Synthiepopper Beborn Beton zum ersten Mal auch auf deutsche Bühnen. Nun jährt sich ihre Bühnenpremiere mit dem zweiten Teil ihrer "We Collide"-Tour bereits zum zehnten Mal, die die Band Anfang Dezember wieder durch Europa und Russland führen wird, auch diesmal wieder unterstützt von den Texanern Iris, die Mesh schon beim ersten Teil als Support begleiteten. Aber nicht nur die Tour bringt Wirbel ins Bandgefüge, auch der Ausstieg des Gründungsmitglieds Neil Taylor sorgte vor kurzem für Aufsehen. Richard Silverthorn brachte uns auf den neusten Stand.

Nach zehn Jahren ist die Erinnerung an das erste Konzert allerdings schon etwas verblasst, wie Rich zugibt. "Ich weiß nicht mehr, wo es war, aber weiß noch, dass wir mit Beborn Beton gespielt haben. Es war ein tolles Konzert." Neben von der Band besonders gern gespielten Gigs wie in Hamburg oder Berlin ("Es fühlt sich fast an, als würde man zuhause spielen.") waren besonders die Konzerte in Russland von bleibender Erinnerung. "Das stimmt. Es war unglaublich. Wir wussten nicht so richtig, was uns dort erwartet, das war so bizarr, wir hatten fast die ganze Zeit Security dabei, weil dauernd Leute ankamen und Autogramme wollten. Es war echt seltsam, aber das Konzert selbst war unglaublich, die Reaktionen, die wir bekamen. Es spielen dort nicht sehr viele Bands, glaube ich." Kein Wunder, dass man versucht ist, sich wie ein Rockstar zu fühlen. "Ja, für einen Tag", lacht Rich.

Weniger erfreulich hingegen ist der Ausstieg von Neil Taylor, der von Beginn an zu Mesh gehörte und das visuelle Erscheinungsbild entscheidend prägte. "Es war eine schwierige Zeit. Neil sagte es uns, nachdem wir einige Konzerte in England hatten. Er sagte, er wäre ausgebrannt, dass er nicht weitermachen könne. Wie du weißt, gibt es sehr viel Arbeit hinter den Kulissen. Man geht nicht nur auf die Bühne und veröffentlicht Platten. Es gibt viele administrative Dinge und Papierkram. Wir haben zu ihm gesagt, dass wenn wir den Druck von ihm nehmen können, er es sagen soll. Aber er hatte sich schon entschieden und wollte zurück zu einem normalen Leben. Einen normalen Job haben, in Urlaub fahren und einfach kein Teil der Band mehr sein, nicht mehr umherreisen, keine Verpflichtung und Verantwortung mehr haben. Mark und ich waren sehr enttäuscht über seine Entscheidung, da wir noch Anfang des Jahres besprochen hatten, mit diesem Album richtig Gas zu geben. Wir waren alle sehr stolz auf dieses Album. Wir haben besprochen, soviel Konzerte zu spielen wie möglich, und er teilte uns seinen Ausstieg im Juni mit. Ich hatte es zwar fast schon gegen Ende des Jahres erwartet, das wäre okay gewesen. Aber er hat sich nun mal entschieden, und offensichtlich möchte er seinen eigenen Weg gehen." Musikalisch wird sich durch Neils Weggang nichts ändern, versichert Rich folgend, "Neils Beteiligung an der Musik war sehr gering auf den letzten beiden Alben."
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Den kompletten Artikel könnt Ihr in der Ausgabe 01/07 des Sonic Seducer nachlesen.

Julia Beyer, Sonic Seducer

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