Auf Kollisionskurs

Synthpop - Es gibt nur wenige Vertreter des Genres, die sich von dem epochalen Vorbild Depeche Mode lösen konnten. Mesh, eines jeden Zweifels erhaben und ihres Zeichens überzeugte Mützenträger aus Bristol, können bereits auf eine Vielzahl von einschmeichelnden und hymnischen Hits mit eigener Handschrift zurückblicken. Jüngst durch Robbie Williams' Konzertbesuch geadelt, hoffen die drei mit ihrem frischen Stilmix auf den großen Durchbruch jenseits der stilistischen Grenzen, zumal das neue Werk "We Collide" von der Emanzipation des Synthiepop durchdrungen ist.

Seht Ihr Euch als Popband hinsichtlich des limitierten und überholten Genres Synthpop?

Mesh: Wir verstehen uns selbst als eine Band, die Computer und Synthesizer als Transportmittel für die Musik benutzt. Natürlich ist uns die Methode der Musikentstehung immer noch sehr wichtig. Die Leute außerhalb der Szene brauchen einen Vergleich. Es ist leichter, Musik anhand der Instrumente zu erklären, die wir benutzen, als den Song selbst zu beschreiben. Wir ringen immer um eine Antwort, wenn uns die Leute fragen: "Welche Musik macht Ihr?" Für jemanden, der aus England kommt, ist "Synthpop" eher ein herabwürdigender Begriff. Man assoziiert damit "fröhlich", leichtere Musik wie die von Erasure oder den Pet Shop Boys. Unsere Musik tendiert eher Richtung Electronic Rock.

In vielen Eurer Songs kann man versteckte Gitarrenriffs im Hintergrund hören. Habt Ihr keine Angst, dass Eure Fans das nicht mögen?

Mesh: Nein, hoffentlich nicht! Wir denken, dass unsere Fans sehr offen dafür sind. Wir haben immer Gitarren verwendet, schon auf unserem ersten Album "Fragile". Wir mögen die rohe Energie, die man mit der Gitarre erzeugen kann. Manchmal ist sie das einzige Instrument, das leere Räume füllen kann. Und davon gibt es eine Menge, wenn du versuchst, dich nur auf Keyboards zu reduzieren. Früher haben wir viel mit Effekten gearbeitet, um alles synthetischer klingen zu lassen. Auf dem jetzigen Album sind die Gitarrenriffs weiter in den Vordergrund gerückt. Wir wollen mit unserer Musik Stimmungen und Atmosphären schaffen. Wenn die Gitarre uns dabei hilft, werden wir sie immer nutzen.

Gibt es eine Tour zum aktuellen Album? Plant Ihr einen Videoclip?

Mesh: "We Collide" wird am 31. März erscheinen und Ende April gehen wir auf Tour, worauf wir uns alle sehr freuen. Nach so langer Zeit im Studio wird es uns viel Spaß machen, das Album live zu testen - wir brauchen diese Interaktion nach wie vor. Wir haben ein Video zu unserer ersten Single "Crash" (erscheint am 24. Februar) in Düsseldorf gedreht. Regisseur war Mark Feuerstake, mit dem wir schon für "Not Prepared" zusammengearbeitet haben. Es war ein kalter Tag mit vielen Autos, Amokfahrern, schreienden Mädchen, Zeitreisen und immer nah am Unfall. Und glücklicherweise mussten wir nicht schauspielern.

DELEST, NEGAtief

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