21.04.2006

GER

Leipzig (Werk II)

Ein Konzertbericht von Peggy Reichenbach (HeLL-ZoNE)

 

Ab 21. April ging es für die aus dem englischen Bristol stammenden Jungs Mark Hockings, Neil Taylor und Richard Silverthorn auf Tour durch den deutschsprachigen Raum, sprich Österreich, Schweiz und Germany. Im Gepäck hatten sie ihr brandneues Album "We Collide". Gerade in Deutschland ist die MESH-Fanschar besonders groß und treu. In dem von Veröffentlichungen geradzu überschwemmten Land ein sicheres Indiz für die Qualität, welche die Band seit langem abliefert. Die Musik von MESH ist eine gekonnte Symbiose aus Electro-Crossover, Dancebeats und Synthiepop.

Nichts wollte man bei der Tour dem Zufall überlassen und so wurde noch am Vortag des ersten Auftritts das gesamte Set im Werk II in L.E. mehrmals durchgespielt. Die große "Tour-Generalprobe" und sogleich Auftaktkonzert am Abend des 21. März wurde jedenfalls ein voller Erfolg. Doch der Reihe nach...

Als Start der 9 Shows umfassenden Tour hatte sich das Trio, wie erwähnt, das Werk II in Leipzig herausgepickt. Als Vorband traten MECHANICAL CABARET auf, mit denen MESH in der Vergangenheit bereits in Großbritanien Konzerte gespielt hatte.
Das Leipziger Publikum reagierte auf das Trio bestehend aus Tobi, Bruce und Sänger Roi mit ihrem eigenwilligen Elektro-Punk etwas skeptisch und zurückhaltend. Man hatte einen schweren Stand bei den Besuchern, deren mehrheitlicher Musikgeschmack eher zum Synth-Pop tendiert. So kehrte ein Teil der Anwesenden sich ab und sparte die Energie für den Hauptact. Zum Ende ihres Sets hin konnte sich dann doch noch ein Teil des Publikums für den Stil des Trios erwärmen und bewegte sich im Rhythmus der Musik. Den Namen MECHANICAL CABARET sollte man im Ohr behalten, denn hier schlummert noch einiges an bisher unentdecktem Potential.

Dann sollte es endlich soweit sein. Das sehr geräumige Werk II hatte sich, zu unserer Verwunderung und im Vergleich zum DE/VISION-Konzert ein paar Tage vorher, nur mäßig gefüllt. Wie sich herausstellte, sollte dies der Stimmung an diesem Abend allerdings keinen Abbruch tun.

MESH enterten zum Intro und unter riesigem Beifall die Bühne. Neil und Rich nahmen ihre Plätze hinter ihren, auf Podesten stehenden, Keyboards ein und Gastmusiker Gary verschwand hinter seinen Drums. Schließlich trat Sänger Mark, ähnlich wie im Videoclip zu "Crash" gekleidet, im schicken Hemd und passend dazu 'bemützt' hinter sein Mikrofon.

Los ging die Show mit "Petrified", einem sehr emotionalen Song vom neuen Album, der sich im Verlauf von einer Ballade zum tanzbaren Popsong entwickelt.
Zu Anfang wirkte Mark noch sehr konzentriert und etwas angespannt. Es schien, als versteckte er sich mehr als gewohnt hinter dem Mikro. Auch der nächste Song "What Are You Scared Of?" war ein brandneues Stück. Das Publikum schien jedoch textsicher und unterstützte die Band nach jedem Stück mit großem Jubel. Nicht jeder hatte die neuen Texte so kurz nach Veröffentlichung schon im Kopf. Sehr willkommen waren da die gelegentlichen Texteinblendungen ( Typ Karaoke ;-) ) zur auch ansonsten sehr ansehnlichen Großformat-Videoshow im Bühnenhintergrund.

Zu Song Nummer 5 holte Mark sich seine E-Gitarre herbei und kündigte "Step By Step" an, wurde von seinen Kollegen allerdings dezent darauf hingewiesen, dass der Song nach Setlist noch nicht an der Reihe war. Ein Lächeln zwischen den Musikern und zu den Fans ... und Mark legte die Gitarre vorerst wieder beiseite. Mit dieser kurzen Einlage war das Eis gebrochen und Mark wurde sichtlich lockerer. Die Band war ausgelassen und die Spielfreude stand den Musikern förmlich ins Gesicht geschrieben. Vom Leipziger Publikum wurden sie geradezu auf Händen getragen. Überschwänglicher Applaus, wie sonst nur bei Zugaben erlebt, erfüllte die kurzen Pausen zwischen den einzelnen Titeln. Insgesamt bot das Set eine gute Mischung aus Songs vom neuen Album und bewährten MESH-Klassikern, wie "Leave You Nothing", "People Like Me" und "Friends Like These", um nur einige zu nennen.

Schließlich wurden die Drei nach dem regulären Set nochmals zu zwei Zugabenblöcken auf die Bühne geholt. Dabei dann "Let Them Crush Us" und als Finale das absolut geniale Stück "From This Height". Leider verschwand die Band danach mit einem Dank an die euphorischen Fans entgültig im Backstagebereich.
Etwas später ließen sie sich noch einmal am Merchandise sehen, um Autogramme zu geben und sich Feedback zur Show direkt von der dankbaren Basis zu holen.
Uns bleibt schlicht zu sagen: Ein wirklich gelungener Tourauftakt! Danke MESH und beehrt Leipzig bitte bald wieder!

Wir ließen den Abend gut gelaunt bei der legendären DEPECHE MODE & Electroparty in Leipzigs Moritzbastei ausklingen. Eine Party übrigens, an der auch die MESH-Jungs sicher ihre Freude gehabt hätten. Doch man(n) war wahrscheinlich in Gedanken schon beim Auftritt am nächsten Tag in Wien und ließ sich im Tourbus sanft Richtung Österreich schaukeln.... ;-)


zurück