A Perfect Solution
CD

(Charlotte Zaeske, Zillo)

Der Synthiepopgott hatte nach subjektiv gesehen viel zu langer Wartezeit offensichtlich doch noch Erbarmen, denn nun steht endlich ein neues Werk des Duos aus Bristol an, das von der zahlreichen Fanschar bereits sehnsüchtigst erwartet wurde. Im Vergleich zu den Vorgängeralben "Who Watches Over Me?" oder "We Collide" ist "A Perfect Solution" für Mesh-Verhältnisse deutlich rauer, dunkler, tiefgründiger und knackiger ausgefallen, so dass es bei einigen Songs wie "Hold It Together" oder "If We Stay Here" fast schon an die etwas härteren Anfangszeiten erinnert, auch wenn der Sound der Band insgesamt unglaublich gereift und rund klingt. Dies liegt vermutlich nicht zuletzt an den Reglerkünsten von Olaf Wollschläger, der für den Mix letzte Hand anlegte und bereits bei In Strict Confidence und Melotron für einen ordentlich fetten Breitwandklang sorgte. Den hört man auch hier. Balladen wie "It's Gone" oder das an Yazoos "Situation" erinnernde "Hopes.Dreams" wissen ebenfalls multiple Gänsehäute zu erzeugen, was natürlich auch den Sangeskünsten Mark Hockings geschuldet ist. Für den Track "Who Says?", der im Albumkonzept eine zentrale Stellung innehat, holte man sich zudem zum ersten Mal in der Bandgeschichte eine Gastsängerin zur Unterstützung, in diesem Fall Julia Beyer von Chandeen, die im Duett mit Mark zu überzeugen weiß. Dazwischen finden sich auf diesem Album auch einmal mehr viele kurze Instrumentals, die interessante Akzente setzen. Bestimmte Songs hervorzuheben wäre fatal, denn das Album funktioniert nur als Ganzes und jeder Song hat seinen speziellen Charakter. Mit "A Perfect Solution" hat die Band nicht weniger als ihr Meisterwerk abgeliefert, an dem sich in Zukunft jede andere Band des Genres messen muss.

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