We Collide
CD

(Marco Meier, re-flexion)

Bereits Anfang 2006 steht ein heißer Anwärter für das Album des Jahres am Start. Seit der Veröffentlichung der Vorab-Single "Crash" im Februar dieses Jahres sind die drei sympathischen Jungs wieder voll im Gespräch. Einige Jahre sind vergangen bis die englischen Synthiepop-Elektroniker Mark Hockings, Neil Taylor und Richard Silverthorn uns mit neuem Material beglücken. Das lange Warten und der Glaube an Mesh hat sich gelohnt.
Das neue Album "We Collide" zeigt Mesh von ihrer besten Seite; frisch, innovativ und voller prickelnder Ideen. Das Pulver schiesst mit dem Opener "Open Up The Ground" voll ins Schwarze und das Fest melodischer Elektro-Perlen kann beginnen. Vor allem der eingängige Refrain von "Open Up The Ground" mit der charismatischen Stimme von Mark wird auf Anhieb zu begeistern wissen. Die Musiker spannen einen weiten Bogen von klassischen, teils wave-beeinflussten Klangmalereien bis hin zu modernsten Arrangements. Die Soundarrangements wirken ausgereifter und ausgefeilter. Die elf Kompositionen deuten auf professionelles Songwriting hin, denn Spannungsbögen ziehen sich von Song zu Song und verwandeln unbekannte und dunkle Stellen in helles und zufriedenes Licht voller Zuversicht und Hoffnung. Mark setzt auf "We Collide" häufiger die Gitarre ein, ohne dabei die elektronischen Gewänder zu zerstören. Er schafft damit eine dichtere Atmosphäre, in der sich die Stücke weiter entwickeln und weiter entfalten. Ich möchte und kann einzelne Songs nicht hervorheben. "We Collide" bietet einige Tanzflächenfüller wie "Step By Step", "That Is What You Wanted" oder "Crash", doch der Schwerpunkt bei Mesh liegt eher im atmosphärischen Midtempo-Bereich wie die Songs "What Are You Scared Of?", "No Place Like Home" oder "Petrified" verdeutlichen. Ich hätte fast vergessen, dass sich auf "We Collide" noch ein Hidden Track namens "The World's A Big Place" befindet, der das Album in sanften Klängen abrundet. Ein Kind wird singend in den Schlaf geschaukelt und ein Tag, ein Album neigt sich dem Ende zu.
Die klare und charismatische Stimme von Mark ist ein wichtiges Markenzeichen in der Musik von Mesh. Früher ist die Musik von Mesh oft mit Depeche Mode verglichen worden, das ist Vergangenheit, denn nun bewegen sich Mesh auf ihrem eigenen Pfad, der sie hoffentlich bald an ein erfolgreiches Ziel katapultieren wird. Warum dies bisher noch nicht geklappt hat, ist mir ein Rätsel oder kann es sein, dass der Grossteil der Menschheit nichts von guter Musik versteht (siehe die "originellen" Vertreter in der Deutschen Top 100). Alles erdenkliche Glück wünsche ich dem Trio aus Bristol für die Zukunft.

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