Crash
Maxi-CD

(Marco Meier, re-flexion)

Lange hat es gedauert bis die drei Jungs von Mesh, Mark Hockings, Neil Taylor und Richard Silverthorn aus dem englischen Bristol wieder ein Lebenszeichen von sich geben. Nach dem letzten Album "Who Watches Over Me?" (2002) und den beiden Single-Auskopplungen "Leave You Nothing" (2002) und "Frieds Like These" (2003) ging die britische Band Mesh, die ihre Musik als Elektronik-/ Mainstream-Crossover bezeichnet in Vergessenheit unter. Mit dem neuen Label Königskinder (SPV) im Rücken wird 2006 ein meshreiches Jahr.
"Crash" ist die erste Single-Auskopplung aus dem demnächst erscheinenden Album "We Collide". Der Song mit einem nachdenklichen Text über die Unwägbarkeiten des Lebens zeigt Mesh als reife und ideenreiche Band. Die Musiker spannen einen weiten Bogen von klassischen, teils wave-beeinflussten Klangmalereien bis hin zu modernsten Arrangements. Vor allem der eingängige Refrain von "Crash" mit der charismatischen Stimme von Mark wird auf Anhieb zu begeistern wissen. "Crash" ist ein typischer Mesh-Song, der von der ersten Sekunde zu begeistern versteht und nicht besser als erste Single ausgewählt werden konnte. Neil meint selber zu "Crash": "Wir sind wirklich stolz auf die Single und darauf, dass wir ein schönes Paket von neuen Songs und Remixen dabei haben. Viele Leute haben schon verlauten lassen, dass die B-Seite "Soul" ihrerseits das Zeug zur Single hat...". Stolz und zufrieden können Mesh auf die neuen Klänge wirklich sein.
Neben "Crash" in der "Original Version" gibt es den cluborientierten "Mesh Collision Mix", der mit fetteren Beats das tanzwütige Volk anspricht und sich bestimmt auf den Tanzflächen zu einem Dauerbrenner entwickeln wird. Die dritte Version von "Crash" heißt "Alien Six Kerosene Remix" und ist deutlich kantiger und rauer, was an den dominanteren Gitarreneinsätzen liegt. Die beiden Songs "Soul" und "Into This World", die nicht auf dem Album enthalten sein werden, haben es in sich. Mesh ist bekannt mit hervorragenden B-Seiten, doch diese beiden Tracks übertreffen alles und wären ebenfalls als Single bestens geeignet gewesen. Hervorragende melancholische Melodien schweben durch den Raum; mit "Soul" etwas schwungvoller als mit "Into This World", das träumend durch endlose Landschaften gleitet und dabei Glückshormone auf die Menschheit regnen lässt. Als Bonus befindet sich noch der Videoclip zu "Crash" auf der neuen Single.
Das lange Warten hat sich gelohnt, denn was uns Mesh hier abliefert, ist Pop-Musik erster Sahne; frisch, innovativ oder einfach sagenhaft schön. Nach diesen Lobhymnen kann ich nur hoffen, dass "We Collide" an dieses meisterliche Schaffen anknüpft, bin aber im Innern schon jetzt sicher, dass dieses zu den Alben des Jahres gehören wird.

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