We Collide
CD

(Tobi, Mucke und mehr)

Wie die Vorabsingle "Crash" schon erkennen ließ, muss man sich bei Mesh keine Sorgen machen, dass sie ihrem Stil untreu werden, dem kommerziellen Erfolg hinterher rennen, vielleicht auch noch mit Coverversionen die Charts zu erobern versuchen. Lieber verzichten sie auf den großen Erfolg und machen weiter die Musik, die sie lieben und für die sie von den Fans geliebt werden. "We Collide" heißt das neue Album und enthält elf Stücke plus einen ruhigen, kurzen Hidden Track auf knapp über 50 Minuten. Meshs Stil muss man immer wieder gleich beschreiben - spannender Indie-Elektropop wird geboten, progressiv, tanzbar treibend und melodisch zugleich, und immer stark ausproduziert und mit ansprechenden Sounds arbeitend, ab und an auch mal mit E-Gitarren, ohne in Crossover zu verfallen. Von gut gemachten Midtempo-Balladen wie "No Place Like Home" oder "Room With A View" bis zu fetzigen Knallern wie "Crash" oder "This Is What You Wanted" haben Mesh alles zu bieten, was man von ihnen kennt und erwarten konnte. Die Kompositionen sind wieder gut, und Mesh klingen inzwischen auch gereifter und nicht mehr so stürmisch suchend wie früher - man erinnere sich an die starken Alben "Fragmente" und "Fragile", welche vielleicht noch einen Zacken aufregender waren damals, einfach weil Mesh Ende der 90er aus der großen Menge der Synthiepopbands plötzlich heraus ragten. Inzwischen erwartet man von ihnen nur Gutes, und sie gehen den auf dem 2002er-Album "Who Watches Over Me" eingeschlagenen Weg konsequent weiter, bringen einfach gute Synthiepop-Kompositionen mit modernem Sound und trotzdem viel Charme der frühen 90er. Nach wie vor sind Mesh eine der besten Elektropop-Bands unserer Zeit.

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