Ganz klein angefangen, sind sie heute nicht mehr wegzudenken...

Im Jahr 1991 entdeckten drei englische Musiker bei einer Unterhaltung am Rande eines Konzerts ihre Gemeinsamkeiten in Bezug auf Musik. Sie merkten schnell, dass auf Anhieb alles passte. Es war der Startschuss für eine langjährige Zusammenarbeit. Die drei waren Rich, Neil und Mark. Nach einigen Versuchen im Studio entstand ihr erster Song "Waste Of Time". Die Band Mesh war geboren. Als Sänger wurde Mark ausgewählt. Er hatte zwar vorher noch nie in einer Band gesungen, aber da er sich als einziger dazu bereit erklärte, fiel die Wahl auf ihn. Mark und Rich schreiben gemeinsam die Texte für Mesh. So kann Mark auch seine Gefühle besser in die Texte transportieren, wenn er an deren Entstehung beteiligt ist. Als schließlich ein Platz für all das Equipment der Band gefunden werden sollte, musste das Haus von Rich's Mutter herhalten. Noch heute befindet sich das Studio von Mesh dort. Das anfangs nur sehr kleine Zimmer war allerdings schon bald bis unter die Decke mit Studiotechnik vollgestopft und platzte aus allen Nähten, so dass die Band in einen Anbau umzog. Hier hatten Mesh nun auch einen Raum für Gesangsaufnahmen, die ursprünglich auf dem Dachboden des Hauses stattfanden. So entstanden einige Demotapes und schließlich folgten auch die ersten kleinen Auftritte. Ihren ersten Liveauftritt absolvierte die Band im Mauretania in Bristol. Ein Plattenlabel suchten die drei Musiker zunächst jedoch vergeblich. Auch als Mesh versuchten mit chartkompatiblen Sound zu produzieren hagelte es Absagen. Erst nachdem sie beim Musikmagazin "Future Music" drei Songs veröffentlicht hatten und die Leser sehr von der Musik angetan waren, stieg die Nachfrage nach der Band. Als sie dennoch keiner unter Vertrag nehmen wollte, gründeten die drei Musiker ihr eigenes Label Tolerance Records. Daraufhin begannen mit großem Eifer die Arbeiten an einer ersten Mini CD. Neil entwarf in Eigenregie nicht nur das Artwork sondern auch Merchandise für die Band und das Label. Auf die Veröffentlichung der ersten CD "Fragile" folgte eine Reihe von Liveauftritten. Die Vermarktung ihrer ersten CD wurde von Freunden und Familienmitgliedern unterstützt. Der Erfolg tat Mesh gut. Das Album wurde gut angenommen, so dass Mesh schnell nachlegen wollten und sich schon nach kurzer Zeit an die Produktion einer weiteren CD machten. Nachdem sie in Großbritannien schon einigen Erfolg hatten, strebten Mesh nun auch nach dem Kontinent. Vorstellungen der Band in vielen Szenemagazinen und Konzerte gaben ihnen die Möglichkeit ihre Popularität auch außerhalb ihrer Heimat auszubauen. Um weitere Auftritte und Veröffentlichungen zu bekommen, verschickten Mesh fleißig weiter ihre Demotapes. So wurde das schwedische Label Memento Materia auf die Band aufmerksam. Im Herbst 1995 unterschrieben Mesh einen Vertrag bei dem Label. Noch bevor ein neues Album produziert wurde, veröffentlichten Mesh über Memento Materia eine Neuauflage ihrer fast ausverkauften CD "Fragile".

Das erste vollständige Album namens "In This Place Forever" erschien 1996. Mesh hatten ihren eigenen Stil gefunden und kombinierten eingängige Refrains und Melodien. Die charismatische Stimme von Sänger Mark tat ihr Übriges um ein positives Echo auf die Produktion hervorzurufen. Die Singleauskopplung "You Didn't Want Me" wurde zum Clubhit. Als Mesh 1997 in Deutschland tourten begeisterten sie auch einige Musiker der Band De/Vision, die sich im Publikum befanden. Ein Jahr später waren sie mit De/Vision auf Tour. Im gleichen Jahr erschien mit "Fragmente" ein Best-Of Album von Mesh. Das Best-Of Album enthielt ausschließlich poppige Stücke. Diesen Trend setzten Mesh auch im Jahr 1999 mit ihrem Album "The Point At Which It Falls Apart" fort. Melodische Songs, die sich immer mehr von härteren Electroklängen entfernten. Mit diesem Album stürmten Mesh auch in die Top Ten der Deutschen Alternative Charts. Für ihre dritte Singleauskopplung "Not Prepared" drehten Mesh einen professionellen Videoclip, der dann auch von den deutschen Musiksendern einige Male gespielt wurde.

Im Jahr 1999 folgte ihr erster Festivalauftritt beim Zillo-Festival. Auch auf ihrer eigenen Europa-Tournee konnten Mesh ihre Fans in Frankreich, Deutschland, Belgien und der Schweiz begeistern. Aufgrund der großen Nachfrage ihrer Fans veröffentlichten Mesh unter dem Namen "Live Singles EP" eine CD mit Liveaufnahmen, die es im Juni 2000 bis auf Platz 1 der Deutschen Alternative Charts schaffte. Es folgte noch eine Live-DVD von einem Konzert in der Hamburger Markthalle im September 1999. Aufgrund ihres Erfolges wechselten die drei Musiker im Herbst 2000 zu dem großen Label Orbit Records und widmeten sich von nun an ganz der Musik. Auf das Album "Who Watches Over Me?" ließen Mesh mit "Fragmente 2" eine Zusammenstellung von raren B-Seiten und Remixen alter Stücke folgen. Im September 2006 verließ Neil die Band aus persönlichen Gründen. Dennoch wollten Rich und Mark die Band nicht aufgeben. Im Jahr 2009 erschien ihr Album "A Perfect Solution". Live erleben könnt ihr Mesh dieses Jahr unter anderem beim M'era Luna 2011! Außerdem ist die brandneue CD von Mesh mit dem Namen "An Alternative Solution" gerade erschienen.

Was gibts zur aktuellen CD zu sagen:
Bei "An Alternative Solution" handelt es sich um ein Remixalbum. Mesh ging es aber nicht darum, große Namen als Remixer zu engagieren, sondern Freunde der Band zu finden, die auch eine Beziehung zu deren Musik haben. Dennoch befinden sich einige durchaus nicht unbekannte Namen unter den Interpreten. Gleich den ersten Track "If We Stay Here" haben sich Zeromancer vorgeknöpft. Sie liefern einen fetten Electrobeat. Der Track hat aber auch einen sehr melodiösen Refrain, was durch die Stimme von Sänger Mark noch unterstützt wird. Mit ruhigeren Klängen geht es im Remix von "Only Better", den Mechanical Cabaret Bi-Polar erstellt haben, los. Der Song erinnert im Verlauf sehr stark an Synthiepop und Wave der 80er. Sogar Houseklänge kommen zum Einsatz, denn der dritte Track, den Robin Gigla geremixt hat, ist eine echte Vocalhouse NUmmer geworden. Mesh sind auch in verschiedensten Soundgestaltungen noch wiederzuerkennen. Regelrecht poppig klingt "Is It So Hard?" im Remix von Iris feat. Julia Beyer. Nach Future Pop im Stil von VNV Nation und co. klingt hingegen der Assemblage 23 Remix von "How Long". Geplant war auch ein Song mit Peter Heppner als Gastsänger. Der Ex-Wolfsheim Sänger brauchte dann aber doch etwas zu lange für seinen kreativen Schaffensprozess, so dass sich die Band schließlich für Markus Reinhard von Wolfsheim als Remixer entschied. Der hat dem Stück "From This Height" auf der Bonus CD den typischen Wolfsheimklang eingehaucht. Gleich im Anschluss erklingt ein Remix des Stücks von "Only Better", das bereits auf der ersten CD mit einem Remix vertreten ist. Die Version von Alien6 klingt aber wesentlich moderner und clubtauglicher. Egal ob man Mesh kennt oder nicht, mit dem aktuellen Remixalbum liefern sie eine abwechslungsreiche CD, die nicht nur Fans begeistern wird.

Karsten, nachtaktiv (Issue 4)

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