The Worlds A Big Place - mesh history

15 lange Jahre ist es jetzt her als Mark Hockings in einer Kantine ein ansprechendes Tourplakat erblickte. Dieses Poster lud zu einem Konzert einer hiesigen Band im "Bristol Bridge Inn" ein, in der auch zwei Jungens namens Neil Taylor und Richard Silverthorn Keyboard spielten. Nach dem Gig kamen die Musiker ins Gespräch und stellten fest, dass sie sich gut verstehen und in Sachen Musik gleiche Vorstellungen hatten. Das war die Geburtsstunde von mesh!

Sie experimentierten in Mutter Silverthorns Haus und es entstand ihr allererster Song "Waste Of Time". Rich und Neil arrangierten den Sound und obwohl Mark noch niemals zuvor in einer Band gesungen hatte, fügte er Text und Gesang hinzu. Mark ist der Ansicht, dass man als Texter auch selber singen sollte, um einen Song gefühlsmäßig am besten rüberbringen zu können. Der Meinung bin ich auch und es war eine gute Entscheidung. Danke Mark.

Irgendwann wurde das Räumchen bei den Silverthorns zu eng für das ganze Equipment und es wurde angebaut. Die "Urban Studios" wurden ins Leben gerufen und ausgestattet mit gemütlicher Couch, Spielkonsole, Fernseher und sonstigem Schnickschnack. Sie arbeiteten viel, schrieben Texte, programmierten, Demos wurden verschickt und schon bald schnupperten sie gemeinsam als mesh das erste Mal im Bristoler "Mauretania" Bühnenluft.

Obwohl sie sich in ihrem Umkreis schon einen Namen gemacht haben und sich schwer ins Zeug gelegt haben um einen Plattenvertrag zu ergattern, blieb der erhoffte Erfolg aus. Es hagelte eine Absage nach der anderen. Erst als das Musikmagazin "Future Music" eine CD mit drei Songs, "Headstone", "Hurt" und "Crisis", der Zeitschrift beifügte, ging es einen Schritt voran. Viele Leute wurden aufmerksam, die Nachfrage stieg, aber ein Plattenvertrag war immer noch nicht in Aussicht.

Da hatte das Trio die Nase voll und sie gründeten ganz charmant ihr eigenes Label mit dem Namen "Tolerance Records". Neil machte es sich als begeisterter Fotograf zur Aufgabe, das Artwork und Merchandising für die Band und das Label zu übernehmen. Mark und Rich schrieben indessen an den Songs für die EP "Fragile", welche dann auch endlich 1994 im eigenen Label veröffentlicht wurde. Die Locations für die Auftritte wurden immer größer und auf den Straßen bildeten sich immer mehr Menschentrauben, um mesh live zu erleben.

Im Sommer 1995 war "Fragile" fast ausverkauft und eine Promo gelang in die Hände des schwedischen Electronic-Labels "Memento Materia". Diese waren von dem Album so angetan, dass sie mesh sofort einen Plattenvertrag gaben und "Fragile" mit vielen Extras, wie ein schickes neues Booklet und Lyrics, neu produzierten.

"In This Place Forever" ist der Titel vom ersten "full length" Album, auf dem sich so traumhafte Songs wie "Confined" und "Shatters" befinden. Es kam zwei Jahre nach "Fragile" raus. Daraus wurde das legendäre "You Didn't Want Me" ausgekoppelt, welches heute noch durch die Clubs donnert. Langsam ging es aufwärts und mesh-Songs fand man auf verschiedenen Samplern.

Am 10.01.1997 war es dann endlich soweit: mesh präsentierten sich im Hildesheimer "Vier Linden" das erste Mal live und in Farbe vor deutschem Publikum!
Es wurde meshtig getourt und sie begleiteten die Band "Beborn Beton". Bei einem Konzert begab es sich, dass sich die Jungs von "De/Vision" unter den Zuschauern befanden, ziemlich begeistert waren und mesh prompt als Support für die eigene Tour 1998 anheuerten.

Nächste Single war "Trust You", und dieses Stück ist neben den Krachern "My Defender", "In The Light Of Day" und dem einzigartigen "The Purest People" auf dem ersten Best Of-Album "Fragmente" zu finden, wovon einige Exemplare auch in den USA landeten.

Eines der besten Alben aus dem Hause mesh ist meines Erachtens "The Point At Which It Falls Apart". Es kam im Februar 1999 in die Geschäfte und ist von vorne bis hinten gefüllt mit Meisterwerken wie "I Fall Over", das kurze aber brilliante "These Empty Rooms" (was für mich nebenbei angemerkt das genialste Intro ist), die Singleauskopplungen "It Scares Me", "People Like Me (With This Gun)" und "Not Prepared". Die Videos zu diesen Songs kann man übrigens aus meshs Myspace unter http://www.myspace.com/meshwecollide bewundern.

Nach sehr viel Arbeit, Touren und Festivals beschloss mesh ein kleines Schmackerl für die Fans zu veröffentlichen. Und zwar eine Zusammenstellung aller unveröffentlichten Stücke aus den Anfängen mit dem Titel "Original 91-93". Darauf befindlich: das wunderschöne "My Perfection", "Remember Who You Were" und "Crisis".

So ganz nebenbei wechselten die Briten Label und Management, traten in der Hamburger Markthalle auf (Konzert wurde aufgezeichnet und ist als Video erhältlich), danach ging's ab in die USA, und als sie wieder zurück waren, coverten mesh mit dem Techno-DJ Mark'Oh den Blancmange-Klassiker "Waves".

Es wurde ruhig um mesh, aber das war nur die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Ganz heimlich werkelten sie nämlich wieder mal in ihren "Urban Studios", um das nächste Spitzen-Album auf den Markt zu bringen. Im Frühling 2002 war es dann soweit. "Who Watches Over Me?" erblickte das Licht der Welt und schlug ein wie eine Bombe. Mehrere große Erfolge wie Album des Monats, Platz 1 in den DAC-Charts und viele große Berichte in den bekannten Szene-Magazinen hat WWOM zu verzeichnen. Was bei so geilen Songs wie "To Be Alive", "The Place You Hide" "The Trouble We're In" nicht verwunderlich ist. Auch die Tour war sehr erfolgreich und führte durch ganz Europa. Sehr viele neue Fans sind dazu gekommen und mesh haben in Deutschland mittlerweile ihre größte und treuste Fangemeinde gefunden. Höhepunkt dieser Tour war die Live-Version von "Little Missile".

Zur Zeit steckt mesh in den Vorbereitungen zum zweiten Teil ihrer erfolgreichen "We Collide-Tour", die auch durch Russland führt. Allerdings treten sie nicht mehr als Trio auf, sondern nur noch als Duo.

Neil Taylor hat im September diesen Jahres verkündet, ein Leben außerhalb der Band zu führen. Sein allerletzter Auftritt mit mesh war am 12.08.06 auf dem M'era Luna-Festival in Hildesheim. Das war ein herber Verlust für die Band und auch für die Fans, die sehr traurig über diese Nachricht waren. Ein sehr sympathischer Mann, dem ich an dieser Stelle wirklich alles Gute für seine Zukunft wünsche.

Trotz dieses Rückschlages haben sich Mark und Rich nicht beirren lassen und es war klar, weiterzumachen. Schließlich wurde im März diesen Jahres das Album "We Collide" veröffentlicht, an dem sogar Gareth Jones mitgemischt hat. Die großartigen Songs wie "Petrified", "Step By Step" und "Can You Mend Hearts?" muss man einfach live erlebt haben. Absolutes Highlight dieser Tour ist neben den Live-Drums aber ohne Zweifel "From This Height" mit dem "langen Ende".

Die anstehende Tour im Dezember wird von dem texanischen Synthiepop-Duo "Iris" und der norwegischen Band "Conetik" begleitet. Am meshtigen Keyboard wird der langjährige Freund der Band Geoff Pinckney (Sänger von "The Nine" und "Alien 6") unterstützend zur Seite stehen.
Im Rahmen der "Elektrisch-Compilation" wird mesh nochmals im Januar mit Bands wie Camouflage, Mechanical Cabaret, IAmX und Client auf der Bühne zu sehen sein.
Darauf freuen wir uns alle riesig. Natürlich werde ich von diesen Ereignissen berichten und euch in der nächsten Ausgabe von Synthetics einen ausführlichen Konzertbericht und ein schickes Interview mit mesh präsentieren.

Bis dahin verabschiede ich mich nach Mark Hockings-Manier und sage "Cheers" und "Involved"!

Leeloo242, Synthetics

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