Mark, ich habe Dich noch nie ohne eine Mütze oder einer anderen Kopfbedeckung gesehen, gibt es einen speziellen Grund dafür?

Mark: Nö, eigentlich nicht. Ich mag es einfach, Mützen zu tragen.

Bei welcher Gelegnheit nimmst Du die Mütze denn mal ab? (alle lachen)

Mark: Nur, wenn Du Deine Hose ausziehst (alle brüllen los).

Wie lange habt Ihr für die neue CD "The Point At Which It Falls Apart" gebraucht?

Neil: Viel zu lange! Wir wollten auch wirklich zufrieden mit dem Endprodukt sein, daher haben wir unheimlich lange an jedem einzelnen Song herumgetüftelt. Dann kamen uns auch viele Dinge dazwischen. Wir sind auf Tour gegangen, haben Remixe angefertigt.

Ihr habt ja glaube ich alle noch "normale" Jobs nebenher, oder?

Neil: Ja, stimmt. Mesh wird aber mehr und mehr zu einem eigenem Job. Wir benutzen zum Beispiel auch unseren ganzen Jahresurlaub für Mesh.

Wie kam eigentlich diese ganze Remix-Geschichte mit De/Vision zustande?

Richard: Wir sind damals mit De/Vision auf Tour gegangen. Wir mochten ihre Musik und sie unsere. Außerdem kamen wir uns auch menschlich näher. Da bot es sich irgendwann an, einen Remix für sie anzufertigen. Die Plattenfirma war wohl auch sehr angetan von den Remixen.

Wie sieht es denn mit anderen Synthie-Bands aus England aus? Gibt es überhaupt welche neben Euch?

Mark: Wir sehen uns eigentlich gar nicht als Synthie-Band. Wir machen einfach Musik mit guten Songs. In England ist es auch sehr schwierig, Musik zu verkaufen, die nicht der breiten Masse bekannt ist. In den großen Plattenläden Tower Records usw. findest du nur die Mainstream-Ware, sehr schwer hier neue Fans zu finden, da sie einfach nicht die Chance haben, Dich zu entdecken. Trotzdem haben wir aber schon einige Fans auch in England.

Habt Ihr Euch in England diese Revival-Konzerte mit Human League, ABC usw. angeschaut?

Mark: Um Gottes Willen. Das tue ich mir nicht an. Diese Konzerte sind eigentlich eine Kapitulaion an die Bands an sich. Sie haben heute keinen Erfolg mehr und kommen nicht mehr weiter mit ihrer Musik. Da gehen sie mit den alten Songs auf Tour. Diese Oldie-Shows finde ich total peinlich. Aber wer weiß, vielleicht machen wir in 10 Jahren auch so eine Oldie-Show (lacht)!

Eure neue Single "People Like Me (With This Gun)" ist ja nicht mehr so eingängig, wie Eure letzte Single "Trust You", die in den Clubs riesige Erfolge feiert.

Richard: "Trust You" ist eigentlich ein sehr einfacher Song. Wir hätten durchaus auch wieder so einen Song veröffentlichen können, wollten es aber nicht. Wir wollten mit der neuen Maxi neue Wege gehen. Auch die Plattenfirma war natürlich überrascht, so einen Song als Single zu bekommen.

Ein DJ hat sich schon bei uns beschwert, daß man "People Like Me" nicht auf den Parties spielen kann.

Richard: Naja, das stimmt schon. Der Song und auch die LP ist sicherlich eher dafür gedacht, zu Hause gehört zu werden. Daher ist "Trust You" auch nicht mit dabei. Er paßt nicht in den Fluß der LP. "Trust You" hätte eher störend gewirkt. Dafür haben wir "My Defender" mit dabei. Er paßt eher ins Gefüge! Wir haben eine LP eingespielt, die eine Einheit bildet. Zwar verschiedene Stile vereint, aber doch einen gewissen Rahmen hat.

Danke für das Interview und viel Erfolg mit der neuen LP...

Neil: Ja, wir danken auch!

MartMan, e-lectric

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